Das Frauenhaus ist eine Zufluchtstätte für Frauen

Das Frauenhaus bietet Platz für 16 Frauen und Kinder. Es ist kein Hotel oder Heim: Frauen sind dort für ihre Versorgung und die ihrer Kinder selbst verantwortlich. Die Adresse ist geheim, um den Schutz der Frauen und Kinder zu gewährleisten. Neben dieser geschützten Unterkunft bieten wir Hilfe, Begleitung, Unterstützung und Beratung auf dem Weg aus der Krise hin zu einem selbständigen, gewaltfreien Leben.

Wer kann im Frauenhaus aufgenommen werden?

Frauen, die eine vorübergehende, anonyme und geschützte Unterkunft benötigen
Frauen, die seelische, körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt haben –
durch ihren Ehemann, Partner, (Ex-) Freund, Vater, durch die Familie oder durch andere Personen
Frauen, die ihre Wohnung aus Gefährdungsgründen verlassen mussten
oder sich in ihrer Wohnung nicht mehr sicher fühlen
Frauen ab 18 Jahren aller Nationalitäten, mit und ohne Kinder

Aufnahme

Die Aufnahme ins Frauenhaus kann über ein telefonisches oder persönliches Gespräch erfolgen. Dabei werden alle wichtigen Fragen geklärt.

Fragen und Themen im Aufnahmegespräch

Wie sieht die aktuelle Gefahrensituation oder Bedrohung aus?
Informationen über Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen
Welche Hilfen benötigt die Frau? Ist das Frauenhaus die richtige Hilfe?
Abklärung der finanziellen Absicherung
Wie steht es um Aufenthaltsstatus, Sprach- und Ortskenntnisse, etc.?
Informationen über das Wohnen im Frauenhaus und die Anonymität der Adresse
Erste Kontaktaufnahme mit und Vermittlung an Behörden, Gericht
Informationen über mitzubringende Gegenstände wie Papiere, Schulsachen etc., siehe Checkliste
Besprechung von Fragen bezüglich der Kinder

Aufenthalt

Unterbringung

Im Frauenhaus teilen sich Mütter mit ihren Kindern jeweils ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft mit anderen Frauen und Kindern. Für Frauen ohne Kinder stehen Einzelzimmer zur Verfügung. Bad und Küche werden auf den Stockwerken gemeinschaftlich genutzt.

Zusammenleben

Die Frauen versorgen sich und ihre Kinder selbst, kaufen ein, kochen, putzen und begleiten ihre Kinder auf dem Weg zur Schule oder zum Kindergarten. Für Aufsicht und Betreuung der Kinder sind die Frauen weitestgehend selbst verantwortlich.

Die Gestaltung des Zusammenlebens wird in Hausversammlungen geregelt. Das Leben in Wohngemeinschaften erfordert ein hohes Maß an Rücksicht und Kompromissbereitschaft, bietet den Frauen aber auch Schutz, Kontakt und gegenseitige Unterstützung.

Hilfe & Unterstützung

Die Frauen und Kinder im Frauenhaus erhalten durch die sozialpädagogischen Mitarbeiterinnen vielfältige Unterstützung:

Psychosoziale Beratung und Krisenintervention
Anonyme Wohnmöglichkeit bis zur Klärung der aktuellen Lebenssituation
Beratung und Hilfe bei finanziellen und rechtlichen Fragen
Begleitung zu Ämtern, Anwält*innen, Ärzt*innen, Polizei, …
Unterstützung bei der Sicherung des Lebensunterhaltes und des Aufenthaltsrechtes
Hilfe bei der Wohnungssuche
Freizeit- und Gruppenangebote
Gruppen– und Einzelgespräche zur Verarbeitung der Gewalterfahrung und zur Zukunftsplanung
Hilfe zur Selbsthilfe

Kosten

Der Aufenthalt im Frauenhaus ist für Frauen mit Einkommen unter der Sozialhilfegrenze oder für Arbeitslosengeld II-Bezieherinnen kostenlos. Frauen mit höherem Einkommen leisten einen Eigenbeitrag an den Mietkosten von max. 9,00 € / Tag und Person.

Hausordnung

Für das gemeinschaftliche Zusammenleben im Frauenhaus gilt eine Hausordnung.

Personal

Die Frauen und Kinder im Frauenhaus werden betreut von Sozialpädagoginnen und einer Praktikantin. Eine Hausmeisterin und Hauswirtschafterin sorgen für das Wohl des Hauses und der BewohnerInnen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, auch über den Frauenhausaufenthalt hinaus Beratung und Begleitung zu erhalten.

Kinder

Gewalttätige Auseinandersetzungen in der Familie betreffen die Kinder in besonderem Maße: Die häusliche Umgebung, die Schutzraum und Rückzugsmöglichkeit sein sollte, wird zum Ort von Bedrohung und Unsicherheit. Viele Mädchen und Jungen können das, was sie erlebt haben nicht verstehen und verarbeiten. Sie entwickeln eigene Überlebensstrategien, die vom Umfeld oft als auffällig wahrgenommen werden, z.B. werden sie aggressiv, ziehen sich zurück, nässen ein, werden in ihren schulischen Leistungen schlechter. Im Frauenhaus erhalten die Mädchen und Jungen eigene Ansprechpartnerinnen, die sich für deren Bedürfnisse und Interessen einsetzen und diese gegenüber der Mutter oder Institutionen (z.B. Schule, Kiga) vertreten. In Gesprächen und Aktionen soll das Selbstwertgefühl der Kinder gestärkt und ihnen gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien vermittelt werden.

Unterbringung im Frauenhaus

Im Frauenhaus teilen sich Mütter mit ihren Kindern jeweils ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft mit anderen Frauen und Kindern.

Leistungsspektrum

Das Frauenhaus bietet Müttern und Kindern einen gewalt- und angstfreien Raum, in dem sie über ihre Erfahrungen sprechen dürfen und Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Gewalterfahrungen erhalten. Unterschiedliche Angebote, abhängig vom Alter und den Bedürfnissen der Mädchen und Jungen, dienen der Stabilisierung, Ermutigung und Stärkung. Hierzu gehören:

Einzelgespräche
Gruppenaktivitäten und Freizeitangebote
Erziehungsberatung und Müttergruppen
Unterstützung bei organisatorischen und finanziellen Fragen, wie z.B. Unterhaltsvorschuss, Kindergeld, Elterngeld
Zusammenarbeit mit Schulen, Kindergärten, Ämtern und anderen Einrichtungen

Vertraulichkeit

Sie müssen uns das, was Sie erlebt haben, nicht beweisen. Wir beraten Sie grundsätzlich vertraulich und auf Wunsch auch anonym!