Frauenberatungsstelle

Die Beratungsstelle bietet Frauen jeder Nationalität Beratung und Unterstützung bei körperlicher, seelischer, sexueller Gewalt sowie bei Zwangsheirat. Grundsätze sind Parteilichkeit für die Frauen, Vertraulichkeit und Diskretion sowie Niederschwelligkeit.

Häusliche Gewalt

Häusliche Gewalt hat viele Erscheinungsformen, z.B. Bedrohungen, Beschimpfungen, Demütigungen, Kontrolle, Isolation, Schläge, sexuelle Gewalt, gegen den Willen zur Heirat gezwungen zu werden. Täter können der Ehemann, der (Ex-)Partner, Vater, Bruder, Sohn und andere Familienangehörige sein.

Die Frauenberatungsstelle bietet Unterstützung und Beratung für Frauen aus Ulm, die
körperliche, seelische oder sexuelle Gewalt in Beziehungen erleben oder davon bedroht sind
sich in einer krisenhaften Trennungssituation befinden
einen Frauenhausaufenthalt in Betracht ziehen
im Frauenhaus gelebt haben und weitere Unterstützung und Begleitung wünschen
Information und Beratung zum Wohnungsverweis und Gewaltschutzgesetz suchen
Vermittlung, Informationen und Hilfen zur sozialen und wirtschaftlichen Absicherung brauchen
Begleitung zu Behörden, Polizei, Arztpraxen, Rechtsanwaltskanzleien usw. benötigen
von Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre betroffen oder bedroht sind
von Stalking betroffen sind

Weitere Angebote

Kollegiale Fachberatung
Informations- und Präventionsveranstaltungen
Netzwerkarbeit
Öffentlichkeitsarbeit
Fortbildungen

Infomaterial zum Thema

Artikelreihe Ihr Recht bei häuslicher Gewalt
Faltblatt Informationen zum Wohnungsverweis bei häuslicher Gewalt
Faltblatt Häusliche Gewalt – ist nie ok! für Kinder

Sexuelle Gewalt

Laut einer europäischen Studie vom Jahr 2014 erlebt jede siebte Frau strafrechtlich relevante sexuelle Gewalt (Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung). Jede zweite Frau war in ihrem Berufsleben schon sexueller Belästigung ausgesetzt, Frauen mit Behinderung erleben zwei bis dreimal so häufig sexuelle Gewalt wie Frauen ohne Behinderung.

Sexuelle Gewalt hat viele Erscheinungsformen, z.B. anzügliche Bemerkungen, ungewollte Berührungen, Aufforderung zu sexuellen Handlungen, Konfrontation mit pornographischen Bildern, körperliche Angriffe bis hin zu Vergewaltigungen.

Sexuelle Gewalt kann überall und zu jeder Tageszeit stattfinden, z.B. am Telefon, im Internet, in der eigenen Wohnung, am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Öffentlichkeit, im Verein, beim Arzt. Täter können der eigene Vater, Stiefvater, Opa, Onkel, Bruder, Cousin, Freund, Ehemann, Ex-Partner, Trainer, Lehrer, Mitschüler, Kollege, Nachbar, Bekannter, ein Fremder usw. sein.

Die Frauenberatungsstelle bietet persönliche Beratung (auf Wunsch auch am Telefon oder per E-Mail) für Frauen und Mädchen ab 16 Jahren aus Ulm und dem Alb-Donau-Kreis zu folgenden Bereichen an:
Vergewaltigung und sexuelle Nötigung
Sexuelle Belästigung, z.B. in der Schule, am Arbeitsplatz, über digitale Medien
Sexueller Missbrauch in der Kindheit

Schwerpunkte:
Hilfe und Unterstützung in Krisensituationen, Stabilisierung
Vermittlung und Begleitung zu Anwält*innen, Ärzt*innen, Frauenklinik (siehe auch Spurensicherung ohne Anzeigenerstattung)
Information und Begleitung zur Anzeigeerstattung und im gerichtlichen Verfahren
Information zu Therapie, Kur oder Klinik
Vermittlung von Selbsthilfegruppen
Beratung von Angehörigen und Fachkräften anderer sozialer Einrichtungen

Viele Frauen versuchen, mit den Erinnerungen, den Gefühlen von Angst, Scham, Wut und Ohnmacht alleine zurechtzukommen. Frauen und Mädchen sollen ermutigt werden, über das Erlebte zu sprechen und sich Hilfe zu holen. Auch Frauen mit einer Behinderung können sich an die Beratungsstelle wenden, wichtige Links und Broschüren in leichter Sprache finden sie hier.

Infomaterial zum Thema

Faltblatt Sexuelle Gewalt – Hilfe und Beratung für Frauen
Faltblatt Medizinische Hilfe & Spurensicherung nach einer Sexualstraftat
Broschüre Nein heißt Nein
Faltblatt Nein heißt Nein Workshops, Infoveranstaltungen, Fortbildungen
Broschüre Ihr Recht auf Unterstützung bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung
Broschüre Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Prävention

Workshop häusliche Gewalt für Jahrgangsstufe 6

Kinder als Mitbetroffene von häuslicher Gewalt brauchen adäquate Hilfe und Unterstützung. Ziel des Workshops ist die Auseinandersetzung mit dem Thema häusliche Gewalt, die Schüler*innen erhalten wichtige Informationen und lernen Hilfsangebote kennen. Lehrer*innen und Schulsozialarbeiter*innen werden ergänzend über das Thema informiert und dadurch zu wichtigen Ansprechpartner*innen für betroffene Kinder und Jugendliche. Eltern und Schüler*innen erhalten Informationen und Kontaktdaten von regionalen Hilfeeinrichtungen.

Nein heißt Nein – Workshop sexuelle Gewalt ab Jahrgangsstufe 8

Im Rahmen dieser Workshops werden Jugendliche über die Formen und Hintergründe von sexueller Gewalt informiert sowie für ihre eigenen Grenzen sensibilisiert. Rollenzuschreibungen, Vorurteile, Möglichkeiten, Grenzen zu setzen und Handlungsmöglichkeiten werden anhand konkreter Fragen und Beispiele diskutiert und betrachtet.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Jugendliche und junge Erwachsene in Ausbildung, Praktikum oder Berufsanfänger*innen sind besonders gefährdet, Opfer von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu werden. Daher bieten wir Workshops vor allem auch in Ausbildungseinrichtungen, bei Bildungsträgern oder Fachschulen an.

Des Weiteren können bei uns Informationsveranstaltungen zum Thema sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz von Einrichtungen und Unternehmen für die gesamte Belegschaft oder Gruppen gebucht werden.

Gruppen

Selbsthilfegruppe nach sexuellem Missbrauch in der Kindheit

Sexuelle Gewalt in der Kindheit ist eine Erfahrung, deren Folgen betroffene Frauen über Jahre hinweg in unterschiedlichsten Lebensbereichen einschränken können. Selbsthilfe bedeutet, dass Frauen sich innerhalb des geschützten Rahmens einer Gruppe austauschen, sich gegenseitig stärken und Akzeptanz erfahren können. Dies geschieht nicht unter Anleitung sondern selbstverantwortlich. Deshalb ist eine gewisse psychische Stabilität Grundvoraussetzung für eine Teilnahme. Die Gruppe ersetzt keine Therapie. Derzeit bestehen zwei Gruppen, ein Einstieg ist nach einem Vorgespräch und nach Absprache auch für neue Frauen möglich. Kontakt: Sonja Fröhlich, Frauenberatungsstelle, Tel. 07 31 . 61 99 06, s.froehlich@fhf-ulm.de

Frauen mit Behinderung

Frauen mit einer Behinderung werden wesentlich häufiger Opfer von Gewalt, als Frauen ohne Behinderung, vor allem von sexueller Gewalt. Oft finden sie keine Worte für das, was ihnen passiert ist und können nur schwer einschätzen, wie einschneidend ein Übergriff für ihr Leben ist. Auch wird ihnen oft nicht geglaubt oder das Geschehene bagatellisiert. In Frauengruppen informieren wir diese Frauen über ihre Rechte und darüber, was sexuelle Gewalt ist und welche Möglichkeiten es gibt, sich zu wehren und Hilfe zu holen. Gerne kommen wir auch in Einrichtungen.

Informationsveranstaltungen und Publikationen

Zum Thema häusliche und sexuelle Gewalt bieten wir für verschiedene Berufsgruppen Informations- und Fortbildungsveranstaltungen an. Wir veröffentlichen regelmäßig Flyer und Broschüren zur Information der Öffentlichkeit über die Gewaltthematik.

Vertraulichkeit

Sie müssen uns das, was Sie erlebt haben, nicht beweisen. Wir beraten Sie grundsätzlich vertraulich und auf Wunsch auch anonym!

Faltblatt „Frauenberatungsstelle“
Faltblatt „Frauenhaus“
Faltblatt „Sexuelle Gewalt“

Weiteres Infomaterial finden Sie links im jeweiligen Themenbereich!